Tschüss, Plastik!

Von Alexandra Stojić | Fotos: Reinhard Rosendahl | Drucken

Meike Bergmann ist eine Powerfrau: Während andere immer noch dabei sind, über Umweltprobleme zu diskutieren, ist die Edekanerin längst dabei, eigene Lösungen zu finden. Ihre Mehrwegbox war eine voller Erfolg, in einem neuen Projekt kommt „Unverpackt“ in den Markt.

Mittags um zwölf bei Edeka Bergmann in Lüneburg. Wir sitzen im neuen Schlemmereck mit Front-Cooking. Auf diese Ecke ist Meike Bergmann besonders stolz. Gegen einige Ratgeber hat sie durchgesetzt, dass das Angebot an warmen Speisen direkt im Markt stattfindet. „Ich bin so froh, dass unsere Mittagsgerichte so gut angenommen werden“, ergänzt sie und lacht.

Der Generationswechsel war bei uns einfach. Mein Vater hat mich immer einfach machen lassen. Meike Bergmann, Inhaberin Edeka Bergmann

Die Idee mit der Frischebox

Die Edekanerin steckt voller Ideen. Eine davon sorgte jüngst für großes Medienecho: „Meine Tochter war damit sogar auf der Titelseite einer Tageszeitung. Direkt unter Frank- Walter Steinmeier“, sagt Volker Bergmann stolz. Fast jeden Monat besuchen Journalisten den Markt. Sie kommen, um sich das Konzept zur Müllvermeidung anzusehen. Denn während die Republik noch versucht, den Anstieg von To-go-Bechern einzudämmen, ist die quirlige Edekanerin schon viel weiter. Sie verkauft in ihren Supermärkten Käse und Wurst in einer Mehrwegbox. Für den Preis von 4,99 Euro können Kunden die Box kaufen, und beim nächsten Einkauf erhalten sie eine neue Box, die mit frischen Produkten befüllt wird. „Wirklich Umsatz machen wir mit den Boxen nicht“, sagt Volker Bergmann. „Aber die Idee zahlt aufs Image ein, und das ist ebenso wichtig“, fügt Meike hinzu.

„Unverpackt“ als neues Projekt

Im Herbst läuft das zweite Nachhaltigkeitsprojekt an. Gemeinsam mit Studenten der Leuphana-Universität geht Meike Bergmann „verpackungsfreies Einkaufen“ als Kooperationspartnerin an. „In der Bio-Abteilung unseres kürzlich umgebauten Marktes schaffen wir Platz für das Konzept.“ Von Nudeln über Linsen bis hin zu Müsli sollen Kunden eine breite Auswahl an Produkten finden. „Zu uns passt das Thema einfach“, fügt sie hinzu. Bergmanns sind in Sachen Umweltschutz Wiederholungstäter. Wie bei ihrem Kollegen Jan Meifert gibt es auch bei Edeka Bergmann seit 2016 keine Plastiktüten mehr.

Info

Wie alles angefangen hat

Das Unternehmen wird 1951 von Walter Bergmann gegründet. Der Kaufmann ist sehr innovativ und führt als einer der ersten Händler in Lüneburg Selbstbedienung und Tiefkühlkost ein. 1978 übernimmt sein Sohn Volker die Märkte – 2001 steigt dessen Tochter Meike nach ihrer Ausbildung (u.a. bei MLF-Mitglied Edeka Kels) in das Unternehmen ein.

Förderung von Talenten

Meike Bergmann setzt sich nicht nur für die Umwelt, sondern auch für die Ausbildung im LEH ein. Von insgesamt 200 Mitarbeitern sind 40 Azubis. Die Talente von morgen werden gefordert und gefördert. Zum Programm gehören auch Ausflüge zu regionalen Lieferanten oder die Teilnahme an Azubi-Wettbewerben.

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