Deutschlands Beste Obst & Gemüse-Abteilungen 2009

Seit 13 Jahren spornt der begehrteste aller Branchenpreise Märkte zu echten Höchstleistungen an. Wir haben für Sie ausführlich die diesjährigen Preisträger und ihre Erfolgskonzepte zusammengefasst.

Lernen Sie die Gewinner 2009 kennen:

Sieger Kategorie Supermarkt

Edeka Komp, Wesel

  • Warenwelt-/Marktplatz-Charakter (durch Kundenführung und abgehängte Decke)
  • Ungewöhnliche Vermarktungsideen (Sauna in der Abteilung)
  • Ausgefallene Exoten im Sortiment
  • Volle Integration der Auszubildenden


Die Obst- und Gemüse-Abteilung des Edeka Frischecenters Komp in Wesel-Lackhausen beweist, ­welche Frische-Leistung selbst auf einer kleinen Fläche möglich ist. Unmittelbar im ­Eingangsbereich des Marktes gelegen, ist die Abteilung mittels abgehängter ­Decke als eigene Warenwelt auffälig herausgestellt. Das bremst die Kunden im wahrsten Sinne des Wortes herunter.

Technik: Separate Klimatisierung

Die Zwischendecke erfüllt allerdings noch einen anderen Zweck: Komp hat in sie eine separate Klimaanlage einbauen lassen, um den darunter liegenden, empfindlichen Waren besser gerecht zu werden. Vorbildlich ist die Gratwanderung zwischen Massengeschäft und Liebe zum Detail. Die kreativ inszenierten Salate jeglicher Art und Farbe lenken die Aufmerksamkeit auf sich. Die Sortimentsleistung ist immens. Ein ­Beispiel: die aus Südostasien stammende Salak – die Schlangenhautfrucht.

Exoten: Ausgefallene Produkte

Der Artikel ist ein absoluter Exot, den das Team auf besondere Art und Weise an den Mann bringt: „Wir beobachten gezielt, welche Kunden an der prominent platzierten Salak interessiert stehen bleiben, und führen sie dann mittels Beratungsgespräch an diese Frucht heran“, sagt Abteilungsleiterin Monika Krebbing. An der Ware befindliche, warenkundliche Informationen runden die mündlichen Informationen ab.
Trotz Exoten wie dieser verfolgt das Team ebenso den Trend zu mehr regionaler Ware – ein ebenfalls fester Bestandteil des Sortimentes. Vorbildlich: Kartoffeln und Zwiebeln stehen bewusst nicht im Rampenlicht. Sie sind auf Schiebe-Möbeln auf dem Boden platziert, damit trägt der Markt deren Lichtempfindlichkeit Rechnung. Gleichzeitig ist die Präsentation platzeffizent. Und: Die oftmals schweren Gebinde kann der Kunde direkt auf die Einkaufswagenablage packen – ohne sie vorher anheben zu müssen.

Marketing: Abteilungseigene Sauna

Wenn der Ideenreichtum dieser Frische-Welt nicht mit originell gepackten Obstpräsentkörben hervorsticht, so tut er es spätestens mit der in der Abteilung zeitweise aufgestellten Sauna. Eine Idee, mit der Komp in Anlehnung an den TV-Spot seine Genossenschaftszugehörigkeit eindrucksvoll ­demonstriert. „Solche Aktionen bringen uns ins Gespräch“, sagt Komp.
Voll integriert in die Abteilung sind die Auszubildenden. Im Aktionsplan ist ­exakt festgehalten, welche Auszubildenden an welchen Frische-Projekten teilnehmen. Dabei ist Monika Krebbing für jeden Azubi-Vorschlag offen. Umsetzbare Ideen gibt es genug. So haben die Nachwuchskräfte die Exotenpräsentation mit Erfolg optimiert. Die Früchte stehen jetzt in direkter Kundensicht. Entsprechend angezogen hat der Absatz. Das Beispiel zeigt: Es bedarf oftmals nur kleinerer Dinge, um Präsentation und Verkauf nachhaltig zu steigern..

Die Daten zum Markt:
Frischecenter Komp,
Julius-Leber-Str. 47, 46485 Wesel

O&G-Umsatzanteil am Foodumsatz: 9,9 %
davon Bio-Anteil: 7 %
Anteil Strecken-Lieferanten: 15 %
Anzahl Exoten im Sortiment: 24
Anzahl aktiver Verkostungen 2008: 18


Sieger Kategorie Verbrauchermarkt

Wasgau, Riegelsberg

  • Vermarktung von primär hochwertiger Ware (verzehrreif, geschmacksintensiv, Bio) als klare Abgrenzung zu Discountern
  • Beispielhafte Vermittlung von Warenkunde
  • Kreative, lebendige Regalpräsentationen
  • Durchgängige Verbundplatzierungen


Wie engagiert ein neues, junges Team eine Obst- und Gemüse-Abteilung mit Erfolg managen kann, beweist der Wasgau Frischemarkt in Riegelsberg (bei Saarbrücken). Lebendig, emotional, ja selbst verführerisch präsentiert der Markt Obst und Gemüse.

Exoten: Geschmackserlebnisse schaffen

Qualität steht im Mittelpunkt. So forciert Wasgau etwa bei Exoten ganz bewusst ­verzehrfertige, geschmacksintensive Ware. Absichtlich: „Das Erfolgsgefühl, eine Mango für 39 Cent erstanden zu haben wirkt ­solange, bis der Verbraucher sie zu Hause verzehren will“, sagt Christian Deisenroth, Vertriebsleiter für Obst und Gemüse.
Eine Position, die im Übrigen nicht viele Handelsunternehmen geschaffen haben. Deisenroth coacht die Märkte in Sachen Verkauf und Präsentation, sorgt für langfristige Alleinstellungsmerkmale im ­harten Wettbewerb. Ein Beispiel hierfür: Die in ­Eigenproduktion hergestellte Convenience. Statt nationaler Allerweltsartikel dominieren regionale Produkte und Rezepturen.

Warenkunde: Kaufanreize setzen

Besonders positiv ist unserer Fachjury das Thema Warenkunde aufgefallen. Nicht nur direkt an den Preisschildern, auch mit ausliegender Fachliteratur informiert das Team über Verzehrempfehlungen und Vitamine. In allen unserer Store-Checks fiel auf, dass die Kunden diese Fachinformationen dankend annehmen, teilweise sogar mehrere Minuten in den Büchern schmökern – und so Gefallen an neuen Früchten finden. In technischer Hinsicht ist die Obst- und Gemüse-Abteilung auf dem neuesten Stand: Mittels separater Klimatisierung in unterschiedlichen Temperaturzonen und mit ­regelbaren Besprühungsanlagen bei ­empfindlichen Produkten trägt Wasgau der Sensibilität der Früchte Rechnung.

Fachwissen: Kompetent beraten

Generell vorbildlich ist die Fachkompetenz der Mitarbeiter. Fast die gesamte Abteilungsmannschaft war auf italienischen Trauben- und spanischen Erdbeerfeldern, um vor Ort zu erleben, nach welchen ­besonderen Qualitätskriterien die Vertragsbauern Premium-Erzeugnisse für Wasgau anbauen. „So können wir unseren Kunden gegenüber schlüssig argumentieren, worin die Unterschiede zu anonymer Massenware liegen“, sagt Marktleiter Christian Klesen.

Ergänzend zu den Bauernbesuchen vor Ort sind quartalsweise Schulungen der acht Bezirks-Abteilungsleiter fester Bestandteil der Wasgau-Qualitätsphilosophie. In den Schulungen, die – ebenso wie der Marktalltag – um sechs Uhr beginnen, stellen Deisenroth und sein Team das eigene Konzept regelmäßig auf den Prüfstand. Das Ziel: Die Obst- und Gemüse-Abteilung in Verkauf und Präsentation aller gut 100 Super- und Verbrauchermärkte so weiterzuentwickeln, dass den Verbrauchern das ganze Jahr über neue Aha-Erlebnisse erwarten. Nicht nur in Riegelsberg.

Die Daten zum Markt:
Wasgau Frischemarkt,
Walter-Wagner-Platz 2, 66292 Riegelsberg

O&G-Umsatzanteil am Foodumsatz: 13 %
davon Bio-Anteil: 8 %
Anteil Strecken-Lieferanten: 0 %
Anzahl Exoten im Sortiment: 40
Anzahl aktiver Verkostungen 2008: 52


Sieger Kategorie SB-Warenhaus

Famila-Center, Waldshut

  • Vorbildliche Vermittlung von Warenkunde
  • Emotional angeordnetes Abteilungssortiment mit einer hohen Anzahl Verbundplatzierungen
  • Enorme Vermarktungsaktivitäten mit Vertragslieferanten aus der Region
  • Durchgängiger, wöchentlicher Aktionsplan


Stolze 15 Prozent Umsatzanteil bei Obst und Gemüse – und das auf der Großfläche. Das Famila-Center in Waldshut beweist, wie auch ein SB-Warenhaus in Sachen Obst und Gemüse bestechen kann. Bemerkenswert: Mit wie viel Liebe zum Detail die Mannschaft ihre Produkte präsentiert.

Regionalität: Durchgängiges Konzept

Die Vermarktung regionaler Ware steht, im Sinne der Famila-Philosophie, klar im Vordergrund. Das Unternehmen hat mit regionalen Erzeugern langfristige Abnahmeverträge geschlossen.
Damit wirbt Famila offensiv – beispielsweise mit auf Großplakaten abgedruckten Fotos der Erzeuger und deren Feldern. Ebenso weist das Team direkt am Regal auf die regionale Herkunft hin – und zwar mit der konkreten Nennung der Anbauer. ­Famila lädt diese sogar zeitweise in das SB-Warenhaus ein, um mittels Kundenveranstaltungen auf die Besonderheiten regional erzeugter Ware hinzuweisen.

Convenience: Tiefes Sortiment

Mehr als den klassischen Rohkost-Standard produziert die nach dem Umbau 2007 in der Abteilung integrierte Schnippelküche. Neben bis zu 40 Artikeln aus dem Salat- und Gemüsesortiment, 30 Produkten aus dem Segment Obst belegt das Team auch Pizzen mehrmals täglich frisch.
Vorbildlich und herausragend ist das Angebot an Verbundplatzierungen. Regionaler, naturtrüber Apfelsaft ist in einen Apfel-Aufbau hineinplatziert, bei den Kartoffeln präsentiert der Markt Kartoffelfertigerzeugnisse auf Augenhöhe mit frischen Kartoffeln. Darüber hinaus sorgen die in Zusammenarbeit mit lokalen Kartoffellieferanten optimierten Verpackungskonzepte für mehr Orientierung beim Verbraucher. Statt festkochend oder mehlig kochend dominieren praktische Begriffe wie Salzkartoffeln, Salatkartoffeln und Püreekartoffeln.

Kundenservice: Ausgefallene Extras

Ein kleiner, aber besonderer Service ist die Salateinpackhilfe. Das für den Verbraucher oftmals nicht ganz einfache Eintüten wird so zum Kinderspiel. Selbst beim Abwiegen denkt Famila einen Schritt weiter: So gibt es tiefergelegte Waagen, die barrierefrei zu erreichen sind.

Besonders beeindruckt hat unsere Fachjury der durchgängig geplante Aktivitätenkalender. Die Mitarbeiter planen weit im Voraus und bieten ihren Kunden so Woche für Woche ein neues Frische-Erlebnis. ­Hohen Stellenwert hat bei Famila die Vermittlung warenkundlicher Information. Bei Artikeln mit hoher Sortenvielfalt, wie Äpfel, Kartoffeln und Kräutern vermitteln Schautafeln und Regalinformationen Wissenswertes zu Geschmack, Anbau, Erntezeitpunkt, Mineralstoffen und Vitaminen. Insgesamt eine vorbildliche, auszeichnungswürdige Leistung, die im nicht einfacher werdenden SB-Warenhaus-Geschäft klaren Vorbildcharakter genießt.

Die Daten zum Markt:
Famila-Center,
Brückenstr. 7, 79761 Waldshut

O&G-Umsatzanteil am Foodumsatz: 15 %
davon Bio-Anteil: 5-6 %
Anteil Strecken-Lieferanten: 100 %
Anzahl Exoten im Sortiment: 30-40
Anzahl aktiver Verkostungen 2008: 110


Sieger Sonderpreis: Bestes Kartoffel-Angebot

Edeka, Creußen

  • Fokus auf einer Vielzahl loser Sorten
  • Gedämpftes Licht inklusive Kundenhinweis


Nicht zu toppen in der Präsentation und im Verkauf von Kartoffeln ist der Edeka-Markt in Creußen. Wegweisend: die emotionale Inszenierung und die angepasste Beleuchtung. Der Verbrauch an Kartoffeln ist wie bei keinem anderen landwirtschaftlichen Erzeugnis gesunken. Konsumierten die Deutschen in den 50-er-Jahren noch 150 Kilogramm pro Kopf und Jahr, verzehren sie jetzt nur noch die Hälfte. Grund genug für unsere Fachjury, im Rahmen unseres Wettbewerbes den Sonderpreis „Bestes Kartoffel-Angebot“ auszuschreiben. Viele gute Verkaufskonzepte sind eingegangen – prämiert wird das des Edeka-Marktes in Creußen (Landkreis Bayreuth).

Schon im Entrée des Marktes hebt der Markt eine Vielzahl loser Kartoffelsorten hervor. Die ansprechende Präsentation in Körben kombiniert mit dem separat eingezogenen Laminat lässt die Ware besonders gut zur Geltung kommen. Vorbildlich: Das gedämpfte Licht, um die empfindlichen Knollen zu schonen. Regionale Ware steht klar im Fokus – doch kann der Kunde auch aus Spezialitäten wie französischer Agatha, Süßkartoffeln oder Topinambur wählen. Die Unterschiede zwischen den Sorten vermitteln spezielle Infoschilder sowie ausliegende Warenkundekarten.

Die Daten zum Markt:

Edeka, Bayreuther Str. 8, 95473 Creußen

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